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AK DISKU der Krips Wien

Infos zu kommenden & vergangenen kritisch-psychologischen Veranstaltungsreihen des AK DISKU der Bagru Krips Wien. Der Zugang ist immer barrierefrei und alle sind -auch ohne Vorkenntnisse- herzlich willkommen!
veröffentlicht von m_ am 17.03.2015
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In diesem Sommersemester wird es drei Veranstaltungen (Infos folgen) in unserer kritisch-psychologischen Reihe geben, in denen wir uns auf unterschiedliche Arten mit dem "Unbewussten" beschäftigen werden.

23. März 2015, 18 Uhr im Hörsaal H (Psychologicum)
Workshop mit Markus Brunner: "Konflikt, Verdrängung, Nachträglichkeit" Eine Einführung in die Psychoanalyse und ihre Konzeption des Unbewussten

Anhand von Ausschnitten aus Freuds Texten, aber auch aus Sekundärliteratur wollen wir uns in diesem einführenden Workshop den zentralen Konzepten der Freudschen Theorie des Unbewussten annähern. Über die Auseinandersetzung mit Begriffen wie „dynamisches“ und das „topisches Unbewusstes“, „Konflikt“, „Verdrängung“, „Wiederkehr des Verdrängten“ und „Nachträglichkeit“ soll das Unbewusste als etwas lebensgeschichtlich Entstandenes und Hochdynamisches kennengelernt werden. In der Diskussion soll es darum gehen, die sozialen Dimensionen sowohl in der Entstehung des Unbewussten wie auch in seinen Äußerungsformen herauszustellen.

Zum Referenten: Dr. Markus Brunner ist Lehrbeauftragter an der Sigmund-Freud-Universität in Wien und Linz; Mitherausgeber der Zeitschriften “Freie Assoziation” und “Psychologie und Gesellschaftskritik”; Gründungsmitglied u.a. der Gesellschaft für psychoanalytische Sozialpsychologie (GfpS), der Forschungswerkstatt Tiefenhermenutik und der AG kritische Sozialpsychologie.

Weitere Infos zu Forschungsschwerpunkten und Publikationen unter
http://www.agpolpsy.de/koordination/brunner/(external link)
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optionaler Text zur Vorbereitung auf den Workshop:__
das erste Kapitel "Das Unbewusste" aus Ilka Quindeaus Einführungsbüchlein "Psychoanalyse" aus der UTB-Profile-Reihe
Download: Image Quindeau - Psychoanalyse, Kap. 1 ('Das Unbewusste')-1.pdf

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Alle sind herzlich willkommen!
Zugang barrierefrei durch den Hof. ÖGS-Übersetzung kann bei Bedarf organisiert werden, hierfür bitte so bald wie möglich melden.


https://www.facebook.com/akdisku(external link)
veröffentlicht von m_ am 30.09.2014
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Die kritisch-psychologischen Veranstaltungsreihen des AK Disku gehen in die fünfte Runde! Auch im Wintersemester 2014/15 gibt es wieder spannende Inputs:


11.12.2014
Anke Maatz: "Einheit in Zerrissenheit? 'Schizophrenie' zwischen Klinik, Gesellschaft und Kritik"

Ankündigungstext: ‘Schizophrenie’ ist eine der prominentesten, und gleichzeitig wohl die umstrittenste psychiatrische Diagnose. Seit ihrer Entstehung um 1900 gibt es Uneinheit darüber, was sie sei und ob es sie überhaupt gebe, wobei das Konzept ausserhalb des klinischen Kontexts grosse Popularität geniesst. Dieser Vortrag stellt collagenhaft Beispiele aus den sich in diesem Spannungsfeld ergebenden ‚Schizophrenie’-Diskursen und Metadiskursen vor: psychopathologische Konzeptionen neben Überlegungen zur Verwendung des Terminus in der Alltagssprache, Debatten um die Identität des Fachs Psychiatrie neben Konzepten von ‚Schizophrenie’ als Daseinsform der Postmoderne. Die Polarität von Einheit und Zerrissenheit dient dabei als thematisches Ordnungsprinzip dieser auf den ersten Blick disparaten Ansätze und Interessen. Ob sich daraus ein -mehrfach gebrochenes- Gesamtbild ergibt und ob, und wenn ja wie dieses auch klinisch fruchtbar gemacht werden kann, soll zur Diskussion gestellt werden.


Zur Referentin: Anke Maatz studierte Philosophie und Medizin in München, Heidelberg, Jena und Durham, UK (2005-2013). Nach der philosophischen Masterarbeit zu Selbstreflexion und ihrer besonderen Rolle in der Schizophrenie sowie der medizinischen Promotion im Bereich der experimentellen Bindungsforschung arbeitete sie in Durham, UK an einem interdisziplinären Projekt zu sog. funktionellen Erkrankungen. Seit Januar 2013 ist sie als PostDoc im interdisziplinären Forschungsprojekt ''Schizophrenie': Rezeption, Bedeutungswandel und Kritik eines Konzepts im 20. Jh.' in Zürich tätig, wo sie seit August 2013 auch als Assistenzärztin an der Psychiatrischen Universitätsklinik arbeitet.

Infos zum Forschungsprojekt: http://www.schizophrenie.uzh.ch/teilprojekte/psychiatrie.html(external link)


Materialien zum Vortrag:

Folien: Image Präsentation_Maatz_Schizophrenie.odp
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16.01.2015 15.30 Uhr im HS H (Psychologicum Wien)
Thomas Schlingmann: Alles Trauma oder was? - Kritik der Psychotraumatologie

Ankündigungstext: Zunehmend hat sich das psychopathologische Konzept von Trauma und Posttraumatischer Belastungstörung in den letzten Jahren als dominierendes Konzept durchgesetzt, Gewaltwiderfahrnisse zu konzeptionieren. Viele versprechen sich davon endlich eine Anerkennung des Leids von Gewaltbetroffenen. Auf was für einer Theorie basiert aber die Psychotraumatologie? Was kann mit ihr erfasst werden und was nicht? Mittels der von Klaus Holzkamp im Buch Lernen entwickelten Methode der Reinterpretation wird versucht, die Traumatheorie auf ihren Gehalt hin abzuklopfen, ihre Grenzen aufzuzeigen und ein anderes Modell für sexualisierte Gewalt zu skizzieren.

Zum Referenten: Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit sexualisierter Gewalt, wie die meisten erst einmal mit Bewältigungsversuchen, ab Anfang 30 mit Bearbeitung. Seit 1995 arbeite ich beruflich zum Thema und habe mit anderen zusammen die Anlaufstelle Tauwetter, für Männer* die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, gegründet. Von meiner Ausbildung her bin ich Traumafachberater und Diplompsychologe und habe im Rahmen meines Studiums an der FU die Kritische Psychologie kennen gelernt.

Letzte Publikation: Peter Mosser & Thomas Schlingmann: Plastische Chirurgie an den Narben der Gewalt - Bemerkungen zur Medizinisierung des Traumabegriffs in Forum Gemeindepsychologie, Jg. 18 (2013), Ausgabe 1.

Weitere Veröffentlichungen sind auf der Homepage www.tauwetter.de(external link) zu finden.


Materialien zum Vortrag:

Folien: Image 2015 01 16 Wien Alles Trauma oder was.pdf

Artikel über die "Bedeutung sexualisierter Gewalt und ihre Auswirkungen auf männliche Opfer" von Thomas Schlingmann: http://www.tauwetter.de/dokumente/2010 Bedeutung Sex Gewalt.pdf.(external link)
Er ist ursprünglich erschienen in: Beratungsstelle kibs (Hrsg.): "Es kann sein, was nicht sein darf" - Jungen als Opfer sexualisierter Gewalt. Dokumentation der Fachtagung am 19./20.11. 2009 in München.

Beitrag in der Zeitschrift "Gemeindepsyschologie" von Peter Mosser und Thomas Schlingmann mit dem Titel: "Plastische Chirurgie an den Narben der Gewalt - Bemerkungen zur Medizinisierung des Traumabegriffs". Er ist zu finden unter http://www.gemeindepsychologie.de/fg-1-2013_04.html(external link)

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23.01.2015 18.30 Uhr im HS H (Psychologicum)
Sebastian Winter: "Haß ist Haß und bleibt Haß, ob er sich auch wissenschaftlich maskiert." (C. Brunner 1918)
Psychoanalytische Überlegungen zur affektiven Fundierung des Antisemitismus

Ankündigungstext: Der Antisemitismus ist eine 'Weltanschauung', die Affekten von Hass und Gemeinschaftssucht ein scheinbar rationales Gewand anbietet: Das Gefühl des Einsseins im massenpsychologischen Kollektiv, z.B. dem Volk oder der Nation, wird ermöglicht durch die Exterritorialisierung aller störenden Impulse von Begierden und Zweifeln, die auf den 'Feind' projiziert werden. Für diese psychodynamische Konstellation stellt der Antisemitismus einen diskursiven Rahmen zur Verfügung.

Zum Referenten: Sebastian Winter studierte Sozialpsychologie, Soziologie und Geschichte an der Leibniz Universität Hannover und lehrt derzeit als LfbA an der Universität Bielefeld im Arbeitsbereich „Gender“.

Weitere Infos zu Forschungsschwerpunkten und Publikationen unter
http://www.agpolpsy.de/koordination/sebastian-winter/(external link)
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Ihr findet uns auch auf facebook: fb.com/akdisku(external link)
Mail: akdisku um kripsy.net
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veröffentlicht von m_ am 20.05.2014
Liebe alle!

Eine weitere spannende Veranstaltung unserer Reihe wird am 5. Juni 2014 stattfinden:

5. Juni 2014, 18.30 Uhr
Hörsaal H (Psychologicum hinter dem NIG; barrierefreier Zugang durch den Hof,dann rechte Stiege in den Keller)

Zum tieferen Verständnis empfiehlt es sich, folgenden Text vorher zu lesen: Image Marcuse_Trieblehre und Freiheit.pdf. Er wird jedoch nicht als bekannt vorausgesetzt; willkommen sind also alle an kritischen Psychologien/ Soziologie/ Kritischer Theorie/ Psychoanalyse Interessierten, auch ohne Vorkenntnisse!

Bei Bedarf kann ÖGS-Übersetzung organisiert werden - hierfür bitte baldmöglichst mailen an akdisku um kripsy.net .


Karin Stögner (Wien):
Vom Nutzen der Psychoanalyse für die Gesellschaftskritik - Marcuse und Freud

Vor dem Hintergrund der in der heutigen arbeitsteilig organisierten Wissenschaftslandschaft zunehmend geforderten Interdisziplinarität im Hinblick auf Forschungsfragestellung sowie methodischen Zugang, ist das Problem des Verhältnisses von Soziologie und Psychologie von besonderer Bedeutung. Während Sigmund Freud die Soziologie als angewandte Psychologie betrachtete, sind auch SoziologInnen nicht davor gefeit, die gesellschaftstheoretische Basis der Soziologie durch eine unvermittelte Hinwendung zum Individuellen, zum Menschen und seinen Existentialien, einzuebnen. Ein fruchtbares Verquicken von Soziologie und Psychologie erfordert hingegen, dass durch solches Einander-in-Beziehung-Setzen die Notwendigkeit einer verbindlichen Theorie der Gesellschaft nicht sowohl negiert, als vielmehr gerade bekräftigt wird. Die gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht auf subjektive Reaktionsweisen zu nivellieren, und gleichzeitig jedoch die objektiven Strukturmomente von Vergesellschaftung nicht in der Systemform zu verabsolutieren, erfordert einen analytischen Blick auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, der v.a. auf den Antagonismus, die vorherrschende Nicht-Identität von beiden geht.
Solche Analyse des gesellschaftlichen Antagonismus durchzieht das Werk Herbert Marcuses. In expliziter Bezugnahme auf die Triebtheorie und Metapsychologie Freuds nähert er sich der spezifischen Gestalt des Realitätsprinzips und der Dialektik der Kultur im Spätkapitalismus. Vor dem Hintergrund der prolongierten gesellschaftlichen Verstrickung in Herrschaft stellt er die Frage nach der Möglichkeit eines "Jenseits des Realitätsprinzips" angesichts wachsender Möglichkeiten und gleichzeitig globaler Einschränkung von individueller Freiheit.


Zur Referentin:
"MMag.a Dr.in Karin Stögner

Studium der Soziologie und Geschichte (Mag.a rer. soc. oec.) sowie der Romanistik und Anglistik (Mag.a phil.) in Wien und Paris; Doktorat in Soziologie; seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin am IKF; Redakteurin der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft; Lektorin an der Universität Wien; 2009-2011 Marie Curie-Fellow an der Central European University in Budapest.

Forschungsschwerpunkte: Frauenforschung, Antisemitismusforschung, Nationalsozialismus und Holocaust, Geschichtsphilosophie, Kritische Theorie."
http://www.ikf.ac.at/m_stoegner.htm(external link)


Wir freuen uns auf Euch!
Der AK DISKU
veröffentlicht von m_ am 03.03.2014
Auch in diesem Semester gibt es wieder eine kritisch-psychologische Veranstaltungsreihe des AK Disku!

Der erste Vortrags- und Diskussionsabend(external link) findet am 5.3.2014 mit Vanessa Lux statt:

"Die neurowissenschaftliche Suche nach dem Subjekt"
Dr. Vanessa Lux (Berlin)

Mit der Verwendung bildgebender Verfahren in den Neurowissenschaften ist das Versprechen verbunden, funktionelle Prozesse im Gehirn abbilden zu können. Dies hat zu einem regelrechten Neurohype in der Öffentlichkeit geführt. Schien es doch so, dass wir endlich von außen in den Kopf eines Anderen hinein gucken können. Die Verwendung bildgebender Verfahren bedingt jedoch einen forschungspragmatischen Reduktionismus. Was in neurowissenschaftlichen Experimenten als psychisches Erleben erfasst wird, ist nur ein Bruchteil dessen, was wir alltäglich Erleben, wenn wir Denken, Handeln und Fühlen. Dabei stellt sich die Frage, was die bunten Bilder vom Gehirn mit unserem psychischen Erleben zu tun haben.
Im Vortrag werden die methodologischen Grenzen der Neurowissenschaften erörtert. Die Folgen des forschungsbedingten Neuroreduktionismus für die Psychologie und unser Menschenbild werden zur Diskussion gestellt.

Dr. Vanessa Lux ist Psychologin und arbeitet am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin zu "Neuropsychoanalyse: Neurowisschenschaften zwischen Natur- und Kulturwissenschaft

Mittwoch, d. 5.3.2014
18.30 Uhr
im HS F im Psychologicum

Der Zugang ist barrierefrei über den Hof (linke Stiege, 1. Stock), ÖGS-Übersetzung kann bei Bedarf organisiert werden. Dazu bitte so bald wie möglich ein Mail an akdisku um kripsy.net .

Wir freuen uns auf Euch!
Auf einen diskussionsreichen Semesterstart!
Infos zu den weiteren Veranstaltungen der Reihe folgen bald.
Euer AK Disku

https://www.facebook.com/akdisku(external link)



veröffentlicht von m_ am 11.10.2013
....und es geht in die 3. Runde! Wie immer sind alle herzlich willkommen und Vorkenntnisse nicht notwendig.
Wir freuen uns auf Euch!

Ort: Hörsaal H im Psychologicum, Liebiggasse 5, Wien
Zeit: 18.30 Uhr

Di., 29. Oktober 2013
Markus Brunner: "Liebe Deine Nächsten"
Kritisch-sozialpsychologische Überlegungen zu Entstehung und Funktion von Nationalgefühlen

Fr., 15. Nov 2013
Andrea Arnold und Johanna Urban: Stolperstein Evolutionspsychologie
queer/poly - denken/leben

Di., 26. Nov 2013
AK DISKU: Galton, Eysenck und Co.: Eugeniker*innen und Rassist*innen in unserem Lehrplan
-Aktionsworkshop-

Fr., 17. Jän 2014
Fiona Kalkstein: Feminismus und Kritische Psychologie: Annäherungsmöglichkeiten


... uns gibt's jetzt auch auf facebook: fb/akdisku(external link) ...
... Plakat im Anhang

Ankündigungstexte:

Markus Brunner:
"Liebe deine Nächsten"
Kritisch-sozialpsychologische Überlegungen zu Entstehung und Funktion von Nationalgefühlen

Nicht erst die Wahlplakate der FPÖ machen klar, dass mit Nationalgefühlen Politik zu machen ist. Wir alle sind in Verhältnisse geboren, in denen es nur natürlich erscheint, sich als Teil einer Nation zu begreifen und etwas zu entwickeln, was heute "nationale" oder "kulturelle Identität" genannt wird.
In diesem Workshop wird es darum gehen, danach zu fragen, wie es dazu kommt, dass Individuen gesellschaftliche Vorstellungen von Zugehörigkeit und Nicht-Zugehörigkeit zu einer Nation annehmen, und wie diese Vorstellungen emotional für sie relevant werden (davon sind auch 'kritische' Menschen nicht ausgespart). In einer kritischen Auseinandersetzung mit bestehenden, allzu linearen oder einfachen Vorstellungen der Entstehung von Nationalgefühlen soll einerseits in psychoanalytische und massenpsychologische Perspektiven auf Eigen- und Fremdgruppenprozesse eingeführt werden, andererseits zentral der Begriff der "Nachträglichkeit" vorgestellt werden, um zu erklären, wie sich gesellschaftliche Ideologien in den Individuen festsetzen: Die lebensgeschichtlich erworbene Wahrnehmung und Konstruktion von Eigenem und Fremdem wird bestimmt von (z.B. rassistischen) "Diskursen der Differenz", die nachträglich auch frühere Erfahrungen, Ängste und Gefühlslagen 'umschreiben', diese neu codieren und ihnen damit auch einen neuen, "falschen" Ausdruck geben können.

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Andrea Arnold und Johanna Urban: Stolperstein Evolutionspsychologie: queer/poly - denken/leben

Wir zwei haben kürzlich unsere Bachelorarbeit an der Psychologie (Uni Wien) geschrieben.
Andrea beschäftigte sich in ihrer Arbeit mit dem Themenkomplex sexuelle Orientierung und
Konstruktion von Geschlechtsidentitäten, Johanna interessierte sich für das „alternative“
Beziehungskonzept Polyamorie.
Unabhängig voneinander sind wir dabei über die dominante Präsenz evolutionspsychologischer Theorien gestolpert. Wir kamen nicht umhin, uns an der Frage abzuarbeiten, was solche in Hinsicht auf die uns interessierenden Themenfelder leisten können und wo sie zu kurz greifen und normalisierend wirken.
An unserem AK-Disku-Abend wollen wir für euch den Weg, den wir in unseren Arbeiten genommen
haben, nachzeichnen, und auf dieser Grundlage mit euch gemeinsam Kritik weiterentwickeln und
üben üben.

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Galton, Eysenck & Co.: Eugeniker*innen und Rassist*innen in unserem Lehrplan
-Aktionsworkshop des AK DISKU-

Theorien von Rassist*innen und Eugeniker*innen werden in der Psychologie -auch in Wien- häufig ohne Kontextualisierung übernommen, oft finden sich auch sexistische und klassistische Diskurse.

Besonders unkritisch scheint hierbei die Differentielle Psychologie vorzugehen, diskussionslos wird aber auch in der Statistik und Diagnostik mit Methoden von Eugeniker*innen gearbeitet.
So wird beispielsweise im aktuellen Skriptum zur Vorlesung „Differentielle Psychologie“ an unserer Fakultät über Galton geschriebe, er sei „einer der vielseitigsten und brillantesten Wissenschaftler des 19. Jhdts.“ (S.24, Gittler).
Gleichzeitig, und das bleibt unerwähnt, war Sir Francis Galton (1822-1911) der Begründer der eugenischen Bewegung und Ehrenpräsident der Internationalen Gesellschaft für Rassenhygiene. Er entwickelte ein Konzept zur 'genetischen Verbesserung' der Menschheit und befürwortete die Reglementierung von Familienplanung. Maßgeblich trieb er die Quantifizierung menschlicher Eigenschaften und psychologischer Konstrukte wie „Intelligenz“ voran, für die er die Darstellungsform der Normalverteilungskurve prägte, die bis heute breite Verwendung findet. Weder Galton’s Involviertheit noch die Eugenik mit ihren furchtbarsten Auswirkungen werden im Skript weiter erwähnt.
(vgl. Obermann-Jeschke: Eugenik im Wandel, 2007, Unrast und Gould: Der falsch vermessene Mensch, 1994, stw)

Und Galton ist nur ein Beispiel.

Oft genug haben wir uns in Vorlesungen und beim Lernen aufgeregt und wollen nun einen konstruktiven Umgang mit unserer Kritik entwickeln.
Darum laden wir Euch ein, zum Aktionsworkshop zu kommen, wo wir uns gemeinsam mit eugenischen und rassistischen Auswucherungen in der Psychologie beschäftigen und uns mögliche Interventionen überlegen können.
Texte und viel Raum für Diskussion werden bereitgestellt - wir freuen uns aber auch, wenn ihr Materialien, Berichte und Ideen mitbringt!

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Fiona Kalkstein:
Feminismus und Kritische Psychologie: Annäherungsmöglichkeiten.

Als Marxist begreift Klaus Holzkamp, der Begründer der Kritischen Psychologie, gesellschaftliche Zwänge weitestgehend als ökonomische. Das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis von Produktion und Reproduktion bleibt hier relativ unbeachtet und somit die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und das Herrschaftsverhältnis im Geschlechterverhältnis nicht greifbar. Gleichzeitig sind das von Holzkamp herausgearbeitete Mensch-Welt-Verhältnis und die daraus resultierende Subjekttheorie ein erheblicher Verdienst für eine emanzipatorische Psychologie. Die Analytische Bestimmung, dass das Individuum untrennbar mit Gesellschaft verbunden ist, lässt die Erklärung menschlichen Leids nicht ohne die Betrachtung ihrer_seiner Lebensbedingungen zu. Dies bietet fruchtbare Anknüpfungspunkte für feministische Theorie, denen im Workshop nachgegangen werden soll. Im Zentrum steht die Frage nach Erklärungsmöglichkeiten für den Zusammenhang von subjektivem Leid und Geschlecht(erverhältnissen). Wenn das unterschiedliche Erleben von Menschen begriffen werden soll, muss die Verschiedenheit ihrer (auch geschlechtlich bestimmten) Lebensbedingungen in ihrer psychologischen Bedeutung betrachtet werden. Während Holzkamp Lebensbedingungen vornehmlich als ökonomisch strukturiert betrachtet, sollen hier die patriarchalen Elemente beleuchtet werden und die Erklärungsnot, die entsteht, wenn diese vernachlässigt werden. Weiterhin sollen Bezüge zu aktueller (queer-)feministischer Theorie betrachtet werden.

Der Workshop ist einführend und diskussionsorientiert. Bei Bedarf kann in der anschließenden Diskussion vertiefend auf die normierende Rolle der Psychologie bei der Herstellung von ‚Wahrheit‘ über Geschlecht und die Problematik einer sich als objektiv verstehenden Wissenschaft diskutiert werden, die sich bei genauerer Betrachtung als in vielen Bereichen affirmativ dem Bestehenden gegenüber erweist

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Das >>Plakat<< ist nur sichtbar, wenn ihr eingeloggt seid.
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veröffentlicht von m_ am 23.09.2013
18. April: Eine Einführung in die Kritische Psychologie - mit Daniel Sanin (Wien)
22. April: Jugend ohne Ende – Eine Selbstanamnese - mit Josua Handerer (Wien)
6. Mai: “Opa war ein Nazi!” – Familiäre Auseinandersetzungsprozsse mit NS-Täter*innenschaft
- mit Catalina Körner (Berlin)
24. Mai: Psychoanalyse &amp; Gesellschaftskritik - mit Johanna Schmidt (Erlangen)
7. Juni: Über die “verborgenen Mechanismen der Macht” in der psychologischen Wissensproduktion
– am Beispiel weiblicher “Sexualstörungen” - mit Julia Riegler (Wien)


Ankündigungstexte der einzelnen Workshops und Vorträge im Anhang!

Audioaufnahmen der AK DISKU-Veranstaltungen: https://rapidshare.com/share/D2AB5EB1372DA5AA4390E59A781C25A6(external link)

AK DISKU SoSe13
AK DISKU SoSe13

Image AKDisku_Abstracts.pdf
veröffentlicht von m_ am 23.09.2013
Workshop: "Prekari...-was?!"
mit Clelia Resmerk (BA-Studierende Psychologie) und Sandra Stern (PrekärCafé)
29.11.2012, HS H

"Prekarisierung" als (politisch-strategischer) Begriff versucht die zunehmende Verunsicherung von Lebens- und Arbeitsverhältnissen einzufangen.Darüber hinaus verweist er auf die Vielfalt von Arbeitssituationen und
Lebenslagen. In diesem Workshop wollen wir zum einen der Frage nachgehen, was Prekarisierung für uns selbst bedeutet, zum anderen beschäftigen wir uns mit individuellen und kollektiven Strategien, die wir kennen und verfolgen, um damit im Alltag umzugehen. Zusätzlich stellt sich für uns die Frage: Was sind psychologische Aspekte von Prekarisierung? Was kann eine (kritisch-)psychologische Perspektive auf Prekarität leisten?

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Workshop: "Die Methode der Erinnerungsarbeit"
mit Nora Ruck (Uni Wien)
13.12.2012, HS H

Einführung in die Methode der Erinnerungsarbeit und Utopiearbeit Der Workshop bietet eine Einführung in die Erinnerungsarbeit, einer Methode, um aus Erfahrungen Erkenntnisse zu gewinnen. Sie eignet sich um zu
untersuchen, wie wir alle vergesellschaftet sind und auch dazu, nach Möglichkeiten für mehr individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit zu suchen. Anschließend soll gemeinsam diskutiert werden, ob sich
Erinnerungsarbeit auf Vergangenes beziehen muss, oder ob sie auch als Utopiearbeit betrieben werden kann; als gemeinsames entwickeln von Vorstellungen eines guten Lebens für alle und des Weges dorthin.
Die Grundlagen der Methode, die von der Kritischen Psychologin und Soziologin Frigga Haug mitentwickelt wurde, sollen anhand von Textausschnitten erarbeitet werden.

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"Psychologie im Nationalsozialismus - Zwischen Ideologie und Dienstbarkeit"
Vortrag und Diskussion mit Martin Wieser (Uni Wien)
22.01.2012, HS H

Welche Rolle und Funktion nahm die akademische Psychologie während des Nationalsozialismus ein? Noch heute gehen zahlreiche Einführungswerke und -veranstaltungen zur Geschichte des Faches über diese unangenehme Frage stillschweigend hinweg. In diesem Vortrag werden die Entwicklung und Professionalisierung des Faches Psychologie unter den Bedingungen der "Machtergreifung" und des "totalen Krieges" vorgestellt, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der Psychologie in der "Ostmark".

"Viel zu wenig Aufmerksamkeit" sei, so klagt die Schweizer Psychologin Franziska Baumgarten 1949 an, "einem Fachkreis von Wissenschaftern geschenkt worden, deren 'Schuld' am Kriege als kaum minder groß wie die der Techniker angesehen werden kann". Die Psychologie trage Mitschuld an der "Weltkatastrophe", so Baumgarten, durch ihre Anbiederung an die nationalsozialische Herrschaft und ihre Unfähigkeit, der Ideologie des Faschismus nennenswerten intellektuellen Widerstand zu leisten. Stattdessen fand diese in der Wehrmacht und der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt wertvolle Verbündete und Arbeitgeber, welche die Versprechen von der "gesellschaftlichen Relevanz" des Faches für die Politik bezeugten.

Die historische Darstellung soll als Anregung für Diskussionen um das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Versprechen von "verwertbarem" Wissen dienen und zugleich einen Ausgangspunkt für Reflexionen um die gesellschaftliche Funktion der zeitgenössischen Psychologie bilden.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, alle Interessierten sind herzlich willkommen. Wer sich schon vorher ein bisschen mit der Thematik beschäftigen möchte, kann den Text "Die Deutschen Psychologen und die Zeitereignisse" (1949) von der Schweizer Psychologin Franziska Baumgarten (1889-1970) lesen, der im Anhang mitgeschickt wird. Der Text ist aber auf keinen Fall Voraussetzung, um an der Veranstaltung teilzunehmen.