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AK DISKU der Krips Wien

vergangene Veranstaltung im Juni 2014: Marcuse und Freud

veröffentlicht von m_ am 20.05.2014
Liebe alle!

Eine weitere spannende Veranstaltung unserer Reihe wird am 5. Juni 2014 stattfinden:

5. Juni 2014, 18.30 Uhr
Hörsaal H (Psychologicum hinter dem NIG; barrierefreier Zugang durch den Hof,dann rechte Stiege in den Keller)

Zum tieferen Verständnis empfiehlt es sich, folgenden Text vorher zu lesen: Image Marcuse_Trieblehre und Freiheit.pdf. Er wird jedoch nicht als bekannt vorausgesetzt; willkommen sind also alle an kritischen Psychologien/ Soziologie/ Kritischer Theorie/ Psychoanalyse Interessierten, auch ohne Vorkenntnisse!

Bei Bedarf kann ÖGS-Übersetzung organisiert werden - hierfür bitte baldmöglichst mailen an akdisku um kripsy.net .


Karin Stögner (Wien):
Vom Nutzen der Psychoanalyse für die Gesellschaftskritik - Marcuse und Freud

Vor dem Hintergrund der in der heutigen arbeitsteilig organisierten Wissenschaftslandschaft zunehmend geforderten Interdisziplinarität im Hinblick auf Forschungsfragestellung sowie methodischen Zugang, ist das Problem des Verhältnisses von Soziologie und Psychologie von besonderer Bedeutung. Während Sigmund Freud die Soziologie als angewandte Psychologie betrachtete, sind auch SoziologInnen nicht davor gefeit, die gesellschaftstheoretische Basis der Soziologie durch eine unvermittelte Hinwendung zum Individuellen, zum Menschen und seinen Existentialien, einzuebnen. Ein fruchtbares Verquicken von Soziologie und Psychologie erfordert hingegen, dass durch solches Einander-in-Beziehung-Setzen die Notwendigkeit einer verbindlichen Theorie der Gesellschaft nicht sowohl negiert, als vielmehr gerade bekräftigt wird. Die gesellschaftlichen Zusammenhänge nicht auf subjektive Reaktionsweisen zu nivellieren, und gleichzeitig jedoch die objektiven Strukturmomente von Vergesellschaftung nicht in der Systemform zu verabsolutieren, erfordert einen analytischen Blick auf das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, der v.a. auf den Antagonismus, die vorherrschende Nicht-Identität von beiden geht.
Solche Analyse des gesellschaftlichen Antagonismus durchzieht das Werk Herbert Marcuses. In expliziter Bezugnahme auf die Triebtheorie und Metapsychologie Freuds nähert er sich der spezifischen Gestalt des Realitätsprinzips und der Dialektik der Kultur im Spätkapitalismus. Vor dem Hintergrund der prolongierten gesellschaftlichen Verstrickung in Herrschaft stellt er die Frage nach der Möglichkeit eines "Jenseits des Realitätsprinzips" angesichts wachsender Möglichkeiten und gleichzeitig globaler Einschränkung von individueller Freiheit.


Zur Referentin:
"MMag.a Dr.in Karin Stögner

Studium der Soziologie und Geschichte (Mag.a rer. soc. oec.) sowie der Romanistik und Anglistik (Mag.a phil.) in Wien und Paris; Doktorat in Soziologie; seit 2002 wissenschaftliche Mitarbeiterin am IKF; Redakteurin der Österreichischen Zeitschrift für Politikwissenschaft; Lektorin an der Universität Wien; 2009-2011 Marie Curie-Fellow an der Central European University in Budapest.

Forschungsschwerpunkte: Frauenforschung, Antisemitismusforschung, Nationalsozialismus und Holocaust, Geschichtsphilosophie, Kritische Theorie."
http://www.ikf.ac.at/m_stoegner.htm(external link)


Wir freuen uns auf Euch!
Der AK DISKU