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AK DISKU der Krips Wien

vergangene Veranstaltungsreihe im WiSe 2014/15

veröffentlicht von m_ am 30.09.2014
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Die kritisch-psychologischen Veranstaltungsreihen des AK Disku gehen in die fünfte Runde! Auch im Wintersemester 2014/15 gibt es wieder spannende Inputs:


11.12.2014
Anke Maatz: "Einheit in Zerrissenheit? 'Schizophrenie' zwischen Klinik, Gesellschaft und Kritik"

Ankündigungstext: ‘Schizophrenie’ ist eine der prominentesten, und gleichzeitig wohl die umstrittenste psychiatrische Diagnose. Seit ihrer Entstehung um 1900 gibt es Uneinheit darüber, was sie sei und ob es sie überhaupt gebe, wobei das Konzept ausserhalb des klinischen Kontexts grosse Popularität geniesst. Dieser Vortrag stellt collagenhaft Beispiele aus den sich in diesem Spannungsfeld ergebenden ‚Schizophrenie’-Diskursen und Metadiskursen vor: psychopathologische Konzeptionen neben Überlegungen zur Verwendung des Terminus in der Alltagssprache, Debatten um die Identität des Fachs Psychiatrie neben Konzepten von ‚Schizophrenie’ als Daseinsform der Postmoderne. Die Polarität von Einheit und Zerrissenheit dient dabei als thematisches Ordnungsprinzip dieser auf den ersten Blick disparaten Ansätze und Interessen. Ob sich daraus ein -mehrfach gebrochenes- Gesamtbild ergibt und ob, und wenn ja wie dieses auch klinisch fruchtbar gemacht werden kann, soll zur Diskussion gestellt werden.


Zur Referentin: Anke Maatz studierte Philosophie und Medizin in München, Heidelberg, Jena und Durham, UK (2005-2013). Nach der philosophischen Masterarbeit zu Selbstreflexion und ihrer besonderen Rolle in der Schizophrenie sowie der medizinischen Promotion im Bereich der experimentellen Bindungsforschung arbeitete sie in Durham, UK an einem interdisziplinären Projekt zu sog. funktionellen Erkrankungen. Seit Januar 2013 ist sie als PostDoc im interdisziplinären Forschungsprojekt ''Schizophrenie': Rezeption, Bedeutungswandel und Kritik eines Konzepts im 20. Jh.' in Zürich tätig, wo sie seit August 2013 auch als Assistenzärztin an der Psychiatrischen Universitätsklinik arbeitet.

Infos zum Forschungsprojekt: http://www.schizophrenie.uzh.ch/teilprojekte/psychiatrie.html(external link)


Materialien zum Vortrag:

Folien: Image Präsentation_Maatz_Schizophrenie.odp
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16.01.2015 15.30 Uhr im HS H (Psychologicum Wien)
Thomas Schlingmann: Alles Trauma oder was? - Kritik der Psychotraumatologie

Ankündigungstext: Zunehmend hat sich das psychopathologische Konzept von Trauma und Posttraumatischer Belastungstörung in den letzten Jahren als dominierendes Konzept durchgesetzt, Gewaltwiderfahrnisse zu konzeptionieren. Viele versprechen sich davon endlich eine Anerkennung des Leids von Gewaltbetroffenen. Auf was für einer Theorie basiert aber die Psychotraumatologie? Was kann mit ihr erfasst werden und was nicht? Mittels der von Klaus Holzkamp im Buch Lernen entwickelten Methode der Reinterpretation wird versucht, die Traumatheorie auf ihren Gehalt hin abzuklopfen, ihre Grenzen aufzuzeigen und ein anderes Modell für sexualisierte Gewalt zu skizzieren.

Zum Referenten: Ich beschäftige mich seit meiner Kindheit mit sexualisierter Gewalt, wie die meisten erst einmal mit Bewältigungsversuchen, ab Anfang 30 mit Bearbeitung. Seit 1995 arbeite ich beruflich zum Thema und habe mit anderen zusammen die Anlaufstelle Tauwetter, für Männer* die in Kindheit oder Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren, gegründet. Von meiner Ausbildung her bin ich Traumafachberater und Diplompsychologe und habe im Rahmen meines Studiums an der FU die Kritische Psychologie kennen gelernt.

Letzte Publikation: Peter Mosser & Thomas Schlingmann: Plastische Chirurgie an den Narben der Gewalt - Bemerkungen zur Medizinisierung des Traumabegriffs in Forum Gemeindepsychologie, Jg. 18 (2013), Ausgabe 1.

Weitere Veröffentlichungen sind auf der Homepage www.tauwetter.de(external link) zu finden.


Materialien zum Vortrag:

Folien: Image 2015 01 16 Wien Alles Trauma oder was.pdf

Artikel über die "Bedeutung sexualisierter Gewalt und ihre Auswirkungen auf männliche Opfer" von Thomas Schlingmann: http://www.tauwetter.de/dokumente/2010 Bedeutung Sex Gewalt.pdf.(external link)
Er ist ursprünglich erschienen in: Beratungsstelle kibs (Hrsg.): "Es kann sein, was nicht sein darf" - Jungen als Opfer sexualisierter Gewalt. Dokumentation der Fachtagung am 19./20.11. 2009 in München.

Beitrag in der Zeitschrift "Gemeindepsyschologie" von Peter Mosser und Thomas Schlingmann mit dem Titel: "Plastische Chirurgie an den Narben der Gewalt - Bemerkungen zur Medizinisierung des Traumabegriffs". Er ist zu finden unter http://www.gemeindepsychologie.de/fg-1-2013_04.html(external link)

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23.01.2015 18.30 Uhr im HS H (Psychologicum)
Sebastian Winter: "Haß ist Haß und bleibt Haß, ob er sich auch wissenschaftlich maskiert." (C. Brunner 1918)
Psychoanalytische Überlegungen zur affektiven Fundierung des Antisemitismus

Ankündigungstext: Der Antisemitismus ist eine 'Weltanschauung', die Affekten von Hass und Gemeinschaftssucht ein scheinbar rationales Gewand anbietet: Das Gefühl des Einsseins im massenpsychologischen Kollektiv, z.B. dem Volk oder der Nation, wird ermöglicht durch die Exterritorialisierung aller störenden Impulse von Begierden und Zweifeln, die auf den 'Feind' projiziert werden. Für diese psychodynamische Konstellation stellt der Antisemitismus einen diskursiven Rahmen zur Verfügung.

Zum Referenten: Sebastian Winter studierte Sozialpsychologie, Soziologie und Geschichte an der Leibniz Universität Hannover und lehrt derzeit als LfbA an der Universität Bielefeld im Arbeitsbereich „Gender“.

Weitere Infos zu Forschungsschwerpunkten und Publikationen unter
http://www.agpolpsy.de/koordination/sebastian-winter/(external link)
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Mail: akdisku um kripsy.net
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