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AK DISKU der Krips Wien

vergangene Veranstaltungen im WiSe 2012/13

veröffentlicht von m_ am 23.09.2013
Workshop: "Prekari...-was?!"
mit Clelia Resmerk (BA-Studierende Psychologie) und Sandra Stern (PrekärCafé)
29.11.2012, HS H

"Prekarisierung" als (politisch-strategischer) Begriff versucht die zunehmende Verunsicherung von Lebens- und Arbeitsverhältnissen einzufangen.Darüber hinaus verweist er auf die Vielfalt von Arbeitssituationen und
Lebenslagen. In diesem Workshop wollen wir zum einen der Frage nachgehen, was Prekarisierung für uns selbst bedeutet, zum anderen beschäftigen wir uns mit individuellen und kollektiven Strategien, die wir kennen und verfolgen, um damit im Alltag umzugehen. Zusätzlich stellt sich für uns die Frage: Was sind psychologische Aspekte von Prekarisierung? Was kann eine (kritisch-)psychologische Perspektive auf Prekarität leisten?

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Workshop: "Die Methode der Erinnerungsarbeit"
mit Nora Ruck (Uni Wien)
13.12.2012, HS H

Einführung in die Methode der Erinnerungsarbeit und Utopiearbeit Der Workshop bietet eine Einführung in die Erinnerungsarbeit, einer Methode, um aus Erfahrungen Erkenntnisse zu gewinnen. Sie eignet sich um zu
untersuchen, wie wir alle vergesellschaftet sind und auch dazu, nach Möglichkeiten für mehr individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit zu suchen. Anschließend soll gemeinsam diskutiert werden, ob sich
Erinnerungsarbeit auf Vergangenes beziehen muss, oder ob sie auch als Utopiearbeit betrieben werden kann; als gemeinsames entwickeln von Vorstellungen eines guten Lebens für alle und des Weges dorthin.
Die Grundlagen der Methode, die von der Kritischen Psychologin und Soziologin Frigga Haug mitentwickelt wurde, sollen anhand von Textausschnitten erarbeitet werden.

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"Psychologie im Nationalsozialismus - Zwischen Ideologie und Dienstbarkeit"
Vortrag und Diskussion mit Martin Wieser (Uni Wien)
22.01.2012, HS H

Welche Rolle und Funktion nahm die akademische Psychologie während des Nationalsozialismus ein? Noch heute gehen zahlreiche Einführungswerke und -veranstaltungen zur Geschichte des Faches über diese unangenehme Frage stillschweigend hinweg. In diesem Vortrag werden die Entwicklung und Professionalisierung des Faches Psychologie unter den Bedingungen der "Machtergreifung" und des "totalen Krieges" vorgestellt, unter besonderer Berücksichtigung der Entwicklung der Psychologie in der "Ostmark".

"Viel zu wenig Aufmerksamkeit" sei, so klagt die Schweizer Psychologin Franziska Baumgarten 1949 an, "einem Fachkreis von Wissenschaftern geschenkt worden, deren 'Schuld' am Kriege als kaum minder groß wie die der Techniker angesehen werden kann". Die Psychologie trage Mitschuld an der "Weltkatastrophe", so Baumgarten, durch ihre Anbiederung an die nationalsozialische Herrschaft und ihre Unfähigkeit, der Ideologie des Faschismus nennenswerten intellektuellen Widerstand zu leisten. Stattdessen fand diese in der Wehrmacht und der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt wertvolle Verbündete und Arbeitgeber, welche die Versprechen von der "gesellschaftlichen Relevanz" des Faches für die Politik bezeugten.

Die historische Darstellung soll als Anregung für Diskussionen um das Verhältnis von Wissenschaft, Politik und Versprechen von "verwertbarem" Wissen dienen und zugleich einen Ausgangspunkt für Reflexionen um die gesellschaftliche Funktion der zeitgenössischen Psychologie bilden.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, alle Interessierten sind herzlich willkommen. Wer sich schon vorher ein bisschen mit der Thematik beschäftigen möchte, kann den Text "Die Deutschen Psychologen und die Zeitereignisse" (1949) von der Schweizer Psychologin Franziska Baumgarten (1889-1970) lesen, der im Anhang mitgeschickt wird. Der Text ist aber auf keinen Fall Voraussetzung, um an der Veranstaltung teilzunehmen.